Wenn Veränderung nicht von dir geplant ist, sondern das Leben dich in irgendeiner Form dazu zwingt, dann kann das ganz schön Angst auslösen. Die Industrieländer sind auf Sicherheit ausgerichtet. Wird diese bedroht, schlägt dein Nervensystem Alarm und du gehst in den Notfallmodus.
Die körperlichen Symptome sind vielfältig: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Gedankenkreisen, Unruhe, Verdauungsbeschwerden, Herzrasen, hoher Blutdruck, Druck in der Brustgegend, schwere Atmung. Die Liste ist nicht abschliessend.
Dann beginnt die Sucherei, meist auf der körperlichen Ebene. Doch die Symptome lassen sich nicht so einfach wegmachen. Der Ursprung liegt in der Angst. Solange sie da ist, werden auch die Symptome nicht verschwinden.
Es geht also darum, dieser Angst gegenüberzutreten. Sie zu benennen. Anzunehmen, dass sie da ist. Der Kampf gegen sie ist aussichtslos. Auch das Ignorieren bringt nichts. Mit deinem Willen kannst du vieles lange verdrängen, aber die Angst findet immer wieder einen Weg an die Oberfläche. Dort wirkt sie auf ganz individuelle Art.
Du bist dann nicht mehr frei, sondern stetig damit beschäftigt, die Angst zu beherrschen. Lebensfreude, Kreativität, Gelassenheit, Spontanität, Flexibilität, der Blick für andere Wege und Möglichkeiten verschwinden. Du drehst dich im Kreis.
Das ist aber nur die eine Seite der Medaille
Fast jede Situation bringt neue Möglichkeiten mit sich, meist sind sie schon in irgendeiner Form da. Um sie zu erkennen, braucht es die Konfrontation mit der Angst, damit Lähmung und Erstarrung weichen können.
Dann gilt es, Themen näher zu betrachten, die dir ebenfalls Angst machen, aber auf eine andere Art. Das Anpacken dieser Themen bedeutet, dass du Gewohnheiten verändern musst. Dein Gehirn mag das überhaupt nicht. Die gewohnten Trampelpfade geben dir vermeintliche Sicherheit. Leider merkst du nicht, dass sie längst ausgelatscht sind und dir gar keine Sicherheit mehr bieten, sondern nur noch Gewohnheit, die dich nicht weiterbringt.
Die Energie dieser Angst gilt es dann in Interesse und Neugier umzuwandeln. Das hilft dir, dich dem neuen Thema in kleinen, verträglichen Schritten zu nähern. Neue Verbindungen im Gehirn können nur entstehen, wenn du dich traust, neue Wege zu gehen. Wenn du dich traust, etwas zum ersten Mal zu machen, und es dann immer wieder machst, wirst du mit jeder Wiederholung sicherer und zuversichtlicher im neuen Thema.
Ich schreibe hier nicht nur Theorie aus den Büchern, obwohl das natürlich schon tausendfach geschrieben worden ist. Ich schreibe aus eigener Erfahrung. So erlebe ich das gerade jetzt.
Für deinen Alltag
Frag dich heute Abend: Welches Thema mache ich seit Jahren nur aus Gewohnheit, nicht aus Überzeugung? Du musst darauf noch keine Antwort haben. Es reicht, wenn die Frage da sein darf.