14. September 2026
Wertschätzung, wirklich wichtig?

Ja, sehr sogar.

Bis vor einigen Jahren war ich der Meinung, dass ich selten bis nie Wertschätzung erhalte. Auf diese Erkenntnis hin habe ich mir vorgenommen, mich für eine gewisse Zeit bewusst zu achten, ob meine Annahme und Wahrnehmung wirklich stimmen.

Schon dieses Vorhaben war eine Herausforderung, denn Wertschätzung gab es in meiner früheren Vergangenheit nicht. Ich musste das komplett neu lernen. Jedes Mal, wenn ein Mensch glücklich, zufrieden und mit wertschätzenden Worten meine Praxis verliess, habe ich mich sofort abgewendet, mich nicht auf diese Worte eingelassen und mich schnell verabschiedet.

Als ich das bemerkt habe, habe ich mich darauf geachtet, welche Gefühle bei mir ausgelöst werden, wenn ich Wertschätzung erhalte. Sehr schnell spürte ich folgendes:

🌿 Scham
🌿 die Worte gingen einfach durch mich hindurch, wie durch ein Sieb
🌿 du bist es nicht wert
🌿 das ist nicht echt, nur so hergesagt
🌿 die sind einfach freundlich
🌿 es kann nicht sein, dass diese Behandlung so gut war, das muss noch viel besser werden

Dann kam: Warum empfinde ich so? Stimmt das, was ich empfinde? Dann kam eine tiefe Traurigkeit, es wurde mir bewusst, dass meine Empfindungen nicht der Wahrheit entsprachen.

Wie habe ich das geändert?

🌿 ich habe mich nicht mehr abgewendet, wenn schöne Worte und Gesten kamen
🌿 ich habe diesen Menschen in die Augen geschaut und mir innerlich gesagt „das darfst du jetzt richtig aufsaugen, jedes einzelne Wort“
🌿 die negativen Gefühle habe ich einfach stehen lassen, nicht mehr beachtet, sondern mich auf die schönen Worte und Gesten konzentriert

Das war der Anfang. Heute, einige Zeit später, sieht es so aus, wenn ich Wertschätzung erhalte:

🌿 ich freue mich, dass ich einen guten Job gemacht habe
🌿 ich erhalte Bestätigung, dass ich auf dem richtigen, meinem Weg bin
🌿 es entsteht eine tiefe Zufriedenheit, wenn ich höre, dass ich Menschen tief berühren konnte

Es hat mich gelehrt, dass Wertschätzung etwas vom Wichtigsten ist. Es nährt das Selbstvertrauen. Ich muss nicht mehr ständig überlegen, ob ich noch besser, schneller oder einfühlsamer sein müsste. Es reicht, was ich gebe. Und es hat mich auch gelehrt, annehmen zu dürfen. Wenn ich bewusst annehme, habe ich nicht immer das Gefühl, dass ich nur gebe.

Alle Geschenke, die ich in der Praxis erhalte und die nicht vergänglich sind (Blumen, Esswaren), bewahre ich immer für einige Wochen an einem bestimmten Ort in meiner Praxis auf, damit ich mich immer wieder erinnere. Und selbstgemachte Geschenke, die mich über sehr lange Zeit begleiten, hüte und pflege ich wie meinen Augapfel.

Aus meiner Sicht ist das Gefühl, wertgeschätzt zu werden, für jeden Menschen sehr wichtig. Ich merke es an mir selbst: Wenn ich jemandem wirklich in die Augen schaue und seine Worte an mich heranlasse, fühle ich mich dieser Person näher, nicht mehr alleine mit dem, was ich geleistet habe.

Wie ist das bei dir? Fällt es dir leichter, Wertschätzung zu geben oder anzunehmen?

Und wenn du Mühe hast, Wertschätzung anzunehmen, versuch es mal so wie ich oben beschrieben habe. Oder melde dich bei mir per Mail oder WhatsApp. Ich freue mich auf dich.

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